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Pressestimmen

Engel aus Feuer

28.04.2010 / Wiener Zeitung

Brennen muss Odeon. Ein aufregender Abend kündigte sich dem Premierenpublikum im Wiener Odeon bereits bei näherer Betrachtung der Eintrittskarte an: gedruckt auf stilisiert angesengtem Papier. Die Veranstalter haben diese Produktion genauestens durchgeplant. "Engel aus Feuer" von Sergej Prokofjew wird seit Mittwoch in der Taborstraße gezeigt – eine selten gespielte Oper in fünf Akten. ... Ein bereicherndes wie verbindendes Element bilden die schaurig-entzückenden Mitglieder des Serapions Ensemble – ob als flinke Kulissenschieber, Beute für den gefräßigen Mephisto oder Handlanger des Bösen. Stark sind auch die Damen des Wiener Kammerchores bei ihrem Auftritt als Nonnen im fünften Akt.

Engel aus Feuer

23.04.2010 / Der Standard

Verbrennende Seelen. Wien - Ein regelrechter Tanz des Bühnenbildes: In immer neuen Konstellationen gruppieren sich die Wände bei Prokofjews Engel aus Feuer, und sie sind in ihrer Sprunghaftigkeit fast ein Spiegelbild der Hauptfigur. Renata (mit dramatischer Intensität: Elena Suvorova) - von einem Engel besessen, der sie verlassen hat - torkelt zwischen Mordfantasien, Selbstdemütigung, Manipulation des ihr verfallenen Ritters Ruprecht (tadellos Ludivic Kendi) bis zum Gang ins Kloster, wo sie für Tumulte sorgt. Die Inszenierung Philipp Harnoncourts (Ausstattung: Ulrike Kaufmann und Erwin Piplitz) kann aus den Figuren lebendige Theaterwesen formen. Auf einer breiten, die akustischen Verhältnisse nicht immer ideal abbildenden Bühne arrangiert er ein wirksames Seelendrama, in dem auch Mephisto (Viktor Aleshkov), Faust (Alexander Puhrer) und ein Inquisitor (Ivaylo Guberov) ihre deftig-skurrilen Auftritte bekommen. ... Zum Ende hin gerät das manchmal plakative Kammerspiel (in dem der Ruprecht einmal auf einer Bahre getragen und mit Infusionen versorgt wird) zum opulenten Massenereignis, an dessen Ende Renatas Verbrennung steht. Beeindruckend die Musik (orchestral verschlankt von Wolfgang Suppan) in der Umsetzung von Dirigent Mario Formenti und Phace - Contemporary Music. Prokofjews schillernde Kunst in versierten Händen.

Engel aus Feuer

22.04.2010 / Die Presse

Oper im Odeon: Prokofjews kühne Klangvisionen.Nur 16 Musiker: Die Oper „Engel aus Feuer“ packt auch in reduzierter Orchesterbesetzung. Philipp Harnoncourt hat stark inszeniert.Auf dem Scheiterhaufen! Wo sonst sollte Renata landen, wo doch ein Exorzismus im Kloster an ihr schlicht abzuprallen scheint und ihre Mitschwestern, in unheiligste Ekstase versetzt, sich handgreiflich gegen den Inquisitor zur Wehr setzen? Das bedrohlich erregte Getümmel, das rituelle Lallen des Frauenchors und die zuletzt hoch züngelnden Flammen, von denen sich Renata nun selbst als „feuriger Engel“ abhebt – sie bilden den Schluss und die stärkste, visuell beeindruckendste Szene in der Inszenierung von Philipp Harnoncourt, zu der Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits sowohl Ausstattung und Kostüme als auch ihr treffliches Serapions Ensemble beigesteuert haben. ... Der Komponist Wolfgang Suppan versteht auch als Bearbeiter sein Handwerk: Über weite Strecken gelingt ihm das Kunststück, die schillernde, für großes Orchester konzipierte Musik nahezu unbeschadet auf nur 16 Musiker zu übertragen – oder besser: sie gleichsam möglichst maßstabsgetreu, aber in Leichtbauweise neu hochzuziehen. Mit den klanglichen Zuspitzungen und Verschärfungen, welche die Besetzung mit sieben Bläsern, sechs Streichern, Klavier und Schlagzeug erlaubt, zurrt er die Schraube der Moderne noch eine halbe Drehung fester, ohne die Klänge eigentlich zu verfremden. Nur dort muss Suppan notgedrungen zurückstecken, wo die Aufwallungen der Partitur ins Monumentale, bewusst Überbordende münden: Im Finale etwa hilft auch der wattierend-vergrößernde Hall im Odeon nicht mehr, wenn der frontal ins Publikum singende Wiener Kammerchor dem seitlich im Hintergrund postierten Ensemble „Phace∣Contemporary Music“ (früher „ensemble online“) den akustischen Boden unter den Füßen wegzieht. Dass beide Kollektive großen Eindruck machten, war nicht zuletzt Marino Formenti am Pult zu danken, der der ausdauernd bejubelten Aufführung den Stempel der Impulsivität aufdrückte.

Festkonzert zum 200-jährigen Jubiläum der Hochzeit von Kaiser Napoleon I. und Marie-Louise von Österreich

30.03.2010 /

200-Jahrfeier zur Eheschließung von Napoleon I. und Marie-Louise von Österreich in Compiègne oder „Die Politik der Liebe“ Paris, 30.März 2010 - Im nördlich von Paris gelegenen Compiègne wurde am 27. März 2010 der Eheschließung von Kaiser Napoleon I. mit Marie-Louise von Österreich vor 200 Jahren gedacht. Unter Patronanz des französischen Kulturministers, Frédéric Mitterrand und des österreichischen Botschafters in Frankreich, Hubert Heiss, wurde eine umfassende Ausstellung mit dem Titel „1810: Napoleon I. & Marie-Louise in Compiègne – oder die Politik der Liebe“ feierlich eröffnet. Die Ausstellung umfasst auch wertvolle Kunstgegenstände aus dem Brautschatz von Marie-Louise. Die besondere Ausstrahlung und der Einfluss der „Autrichienne“ auf Napoleon I. und ihr Wirken an dessen Seite werden durch die Exponate umfassend dargestellt. Der Wiener Kammerchor und das slowakische Orchester „Solamente Naturali“ brachten als musikalischen Höhepunkt im stilvollen und akustisch besonders reizvollen Theater von Compiègne u.a. die anlässlich der kaiserlichen Hochzeit in Auftrag gegebene Hochzeitskantate von Johann Nepomuk Hummel sowie die „Ode à l´Hymen pour le mariage impérial“ von Luigi Maria Cherubini zur Aufführung. Der Wiener Kammerchor präsentierte die Kunst der österreichischen Chorkultur in höchster Perfektion. Die Ermöglichung dieses Festkonzerts mit Unterstützung des österreichischen und des slowakischen Kulturinstitutes in Paris wurde von den französischen Gastgebern und dem französischen Publikum als großzügige und künstlerisch wertvolle Geste geschätzt.

Stabat mater

22.06.2009 / Nürnberger Nachrichten

ION: Eine Verbeugung vor Joseph Haydn Wiener Formationen unter Martin Haselböck in der Sebalduskirche ... Äußerst farbiges Orgelspiel ... Andererseits erfahren die beiden eher leichtgewichtigen Mariengesänge wohl selten so eine glänzende Interpretation wie durch den subtil agierenden Wiener Kammerchor (Einstudierung: Michael Grohotolsky) und das dezent wie transparent aufspielende Orchester «Wiener Akademie« – das äußerst farbige Spiel von Jeremy Joseph an der Orgel eingeschlossen.

 
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