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Pressestimmen

Mary of Egypt

13.07.2008 / Kronen Zeitung

Step im Betstuhl Sünde und Reue, Lust und Askese, Irdisches und Wundersames un Musik-Bausteinen, luxuriös verpackt in Stoff und Farbe, geschnürt in effektvolle Choreografie: Die Uraufführung der Neufassung von John Taveners „Maria in Ägypten“ geriet Freitag in der Stiftskirche ossiacgh zum erstaunt beklatschten Ereignis. ... Pulsierendes Leben bringt der Wiener Kammerchor: „Schweinemenschen“ und Mönche treiben mal mit Step-Aerobic, mal mit Rudern das üppig bebilderte Spiel voran.

Mary of Egypt

13.07.2008 / Kleine Zeitung

Viele starke Bilder führen zum Heil Zwischen meditativer Faszination und schwebender Monotonie: Der „Carinthische Sommer“ zeigte zum Auftakt die Kirchenoper „Maria von Ägypten“ des Briten Sir John Tavener. ... Spielfreudig und sicher hört man den auch zu Turnleistungen geforderten Wiener Kammerchor (Einstudierung: Michael Grohotolsky).

Julie & Jean

04.12.2007 / Kronen Zeitung

„Ein Paar ist einander verfallen. Sie begehren einander und können einander doch nicht erreichen. Das Ritual der Begierde, der Kampf um die Trophäe der Liebe ist ein gefährliches, lebensbedrohendes Spiel, das umschlägt in Vernichtung.“ – So beschreibt der am 30. November 2000 verstorbene österreichische Komponist Gerhard Schedl sein Musikdrama „Julie & Jean oder: Ein Match in zwölf Runden“. Es entstand nach Motiven von August Strindbergs 1888 entstandenem Drama „Fräulein Julie“. Wie bei der Uraufführung 2003 begeisterten auch diesmal die Akteure: die Sopranistin Maria Husmann, der Bariton Wolfgang Koch, der Wiener Kammerchor (Leitung Michael Grohotolsky) sowie der Dirigent Peter Keuschnig mit seinem bravourösen Ensemble Kontrapunkte. Sie alle verstehen es, Schedls Gefühlswelt und Freude an raffinierten Effekten zum Klingen zu bringen. Eindrucksvolle Lyrik wechselt mit Orchesterausbrüchen; Eckpfeiler der beiden Akte sind im Moment voll melancholischem Kirchengesang. Eine hinreißende Aufführung.

"Aus der neuen und alten Welt"

19.09.2007 / Die Presse

Mit schlanker, transparenter Stimmführung bewältigte der Wiener Kammerchor die dominanten Chorsätze und stellte auch die tüchtigen Solisten für die wenigen Ensemblestellen.

KlangFluten

25.06.2007 / Passauer Neue Presse

Freude an emotionaler Gestaltung: Nein, üblich ist das nicht. Aus Ehrfurcht vor dem heiligen Ort verkneift man sich bei Kirchenkonzerten in der Regel den Zwischenapplaus. Hier ist das anders, und der Grund dürfte ebenfalls Ehrfurcht sein - vor der musikalischen Leistung des Wiener Kammerchores in der mäßig gut besuchten oberösterreichischen Stiftskirche Engelszell. „Klangfluten - Fürchtet euch nicht“ ist das dramaturgisch gut durchdachte Programm betitelt, in dessen Zentrum ein Meisterstück moderner Chormusik steht: der Gedächtnisgesang „Canticum Calamitatis Maritimae“ des Finnen Jaakko Mäntyjärvi für die über 900 Opfer des Estonia-Untergangs im Jahr 1994. Vor der tödlichen Flut gestaltet der Chor das unheilschwangere Hauchen und Wispern des Meeres, die aus dem Ensemble besetzte Solosopranistin eine wehmütig-volksliedhafte Melodie. Der Basssolist referiert in gregorianisch anmutendem Stil und lateinischer Sprache die nüchternen Fakten - unterbrochen vom kollektiven „Miserere“-Ruf. Mit Sturm und Wellen schwingen sich die gut 30 Sänger auf ins Forte, in dramatisch strudelartig gesetzten Halbtonschritten reißen sie die Hilflosen hinunter auf den Grund - und bleiben selbst hier äußerst kontrolliert und fein in der Tongebung. Sie schreien zu Gott, zuerst verzweifelt, hoffnungslos dann, und ergeben sich endlich in die Erlösung des Todes, der ewiges Leben bedeutet. Diese Freude an der emotionalen Gestaltung lässt Dirigent Michael Grohotolsky bei den Bach-Motetten „Fürchte dich nicht, ich bin bei dir“ und „Jesu, meine Freude“, die das Konzert hoffnungsvoll rahmen und von Organist Robert Kovács begleitet werden, etwas vermissen. Ein eher getragen romantischer Wohlklang-Bach wird hier gesungen. Flotte Fugen, die andere Chorleiter als jazzig schwingende Virtuosenstücke auffassen, werden hier eher zum elegant fließenden Strom. Rhythmisch-dramatische Struktur wird etwas in den Hintergrund gestellt zugunsten von schwebenden Flächenklängen, was wiederum Messiaens „O sacrum convivium“ und Morton Lauridsen „O magnum misterium“ ausgesprochen gut tut. Zum Niederknien schöne Sphärenklänge zaubert der Kammerchor hier in die Kirche. Auch die strenge, kühle Formensprache Arvo Pärts in den seinen Magnificat-Antiphonen gewinnt enorm mit diesem musikalischen Ansatz. Wenn Sopran und Bass in einer dramatischen Doppeloktave Immanuel anrufen, so ist das, als würden die Sänger eine Skulptur geradewegs in den Himmel meißeln. Wer hier keinen begeisterten Zwischenapplaus spendet, muss schon fast übertriebene Ehrfurcht vor dem heiligen Ort haben.

 
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